Was iPhone und iPad für Versicherer bedeuten (II/III)
Gleich eine ganze Reihe interessanter Feedbacks habe ich zum letzten Blog über den Einsatz von iPhones und iPads im Versicherungsvertrieb erhalten:
Mehrere Leute haben angemerkt, dass dieselben Überlegungen auch für die Energiebranche und die Bankbranche gelten würden.
Ein Kollege hat mitgeteilt, die Idee sei bestechend: Denn nach seinen Auswertungen haben die Kunden, die eine Risiko-Analyse eigenhändig durchgeführt haben, die mit Abstand geringste Stornoquote in seinem Bestand.
Wow, was für eine Info! Und sie passt ja auch zu den Erkenntnissen der Customer-Experience-Fachleute: Die richtige Erlebnis-Mischung hat eine massiv verkaufssteigernde und kundenbindende Wirkung. Zu einer guten Mischung gehören unter anderem sensorische Aspekte (die intuitive Steuerung der Apple-Geräte fühlt sich einfach gut an!) und Inhalte, die ein Grundgefühl ansprechen und faktenreich sind. Erreicht man überdies, dass der Kunde eine neue, aktive Rolle erhält, ist die Erlebniswirkung – und damit eben die Wirkung auf Verkauf und Kundenbindung – noch wesentlich höher.
Danke an alle für die Feedbacks, man darf sie gerne auch direkt auf unserem Blog posten.
Nun aber zu Teil II von „Was iPhone und iPad für Versicherer bedeuten“. Wir bleiben dabei unserer These treu, dass diese Tools das grösste betriebswirtschaftliche Potential an der Schnittstelle zwischen Berater und Kunde – und nicht im freien Endkunden-Einsatz – haben. Eben deshalb, weil dort mit diesen Tools bewusst neue Erlebnisse gestaltet werden können. Hier zwei weitere Anwendungsfelder für iPhones und iPads im Versicherungskontext:
Versicherungsvertrieb (oder Risikotransfer aus Sicht des Kunden): Der Vertrieb von Micropolicen lässt sich mit mobilen Applikationen erlebnisreich gestalten – quasi als vorkonfigurierte, die Sinne ansprechende Story. Und das ist auch interessant, weil sich ein Smartphone als Plattform eignet, um neue Vertriebskanäle, Zudiener und Kundengruppen zu erschliessen. Zum Beispiel so: Man nutze das iPhone als massenverfügbares Device, um bei einem E-Bikehändler den Abschluss einer Diebstahl-Micropolice gleich vor Ort durchzuführen. Oder um eine einfache Hausratversicherung für Studenten in entsprechenden Netzwerken anzubieten. Oder um im Elektronikfachgeschäft eine Garantieverlängerungsversicherung zu offerieren. Oder, oder … Vergleichbare Feldversuche laufen derzeit bei mindestens einem Versicherer.
Risikokontrolle: Versicherer haben ein grosses Interesse daran, dass die versicherten Objekte korrekt gewartet werden. Nicht selten schreiben sie Wartungsanforderungen gleich vor. Mit Smartphones lassen sich wesentlich einfacher massenverfügbare Wartungslösungen anbieten, die genau die aus Versicherungssicht interessanten Vorgänge unterstützen. Auch in diesem Bereich sehen wir erste Pilotversuche von Versicherern. Und auch hier dienen mobile Applikationen dazu, ein Erlebnis neu zu gestalten: Vereinfachte Wartung durch gute Assistenz und richtige Information zum richtigen Zeitpunkt. Eine interessante Frage dabei: Wird Wartung – und das Anbieten generischer Wartungsapplikationen – ein neues Geschäftsmodell für Versicherer?
Werden wir alles in einigen Jahren mit Sicherheit wissen. Im nächsten Blog-Eintrag stelle ich einen Weg vor, wie man sich die Potentiale von iPhone und iPad als Versicherer systematisch erschliessen kann. Anschliessend gibt es noch eine Reihe weiterer Risk-Management-Prozesse, die man aus iPhone-/iPad-Sicht untersuchen sollte. Ich bin gespannt auf Ihre weiteren Feedbacks!
Keine Kommentare